The International 2021: E-Sport-Bund will Dota 2-Turnier nach Deutschland holen
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The International 2021: E-Sport-Bund will Dota 2-Turnier nach Deutschland holen
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Deutschland ist regelmäßig Gastgeber für E-Sport-Groß-Turniere – hier die ESL One Cologne 2018 in der Lanxess-Arena (Foto: MTG / Adela Sznajder)


Kommt eines der wichtigsten E-Sport-Turniere nach Deutschland? Nach der Absage Schwedens wirbt der ESBD mit Nachdruck um The International.

Update vom 23. Juni 2021 (17 Uhr): Über Twitter haben Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) und Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) ihre Unterstützung für eine Bewerbung des hiesigen Standorts für eine Ausrichtung des E-Sport-Großereignisses The International zugesagt.

Deutschland wäre nach 2011 zum zweiten Mal Austragungsort der Dota 2-Weltmeisterschaft. Bisherige Gastgeber: China (Shanghai / 2019), Kanada (Vancouver / 2018) und die USA (Seattle / bis 2017).

Meldung vom 23. Juni 2021 (11:30 Uhr): „Ein wichtiges Update zu TI10: The International – Dota 2 Championships in Schweden“: Die Überschrift auf der amtlichen Website des Online-Spiels mutet harmlos an. Doch tatsächlich hat der Ausrichter des E-Sport-Großturniers – das US-Studio Valve – ein massives Problem: Die Veranstaltung kann voraussichtlich nicht wie geplant in Stockholm stattfinden.

Hintergrund: Anders als im Vorfeld mit den regionalen und lokalen Behörden besprochen, fällt das Turnier nicht unter die Ausnahmeregelungen, wie sie für Groß-Sportveranstaltungen gelten. Der schwedische Sportverband hat sich zudem dagegen entschieden, den E-Sport in den Sportverband aufzunehmen – also eine vergleichbare Situation wie in Deutschland.

Das schwedische Innenministerium hat die Bitte um eine Neu-Einstufung von The International als „Elite-Sportveranstaltung“ umgehend abgelehnt. Die Folge: Weder Spieler noch Betreuer noch Mitarbeiter vom Veranstalter würden im Vorfeld ein Sport-Visum erhalten. Bei der Einreise würde der einzelne Grenzbeamte darüber entscheiden, ob Personen aus Ländern außerhalb der EU überhaupt einreisen dürfen.

Auch Schwedens Regierung sieht sich außerstande, in diesem konkreten Fall zu helfen. Deshalb hat sich Valve entschlossen, nach alternativen Austragungsorten in Europa zu suchen, damit das Turnier in diesem Jahr überhaupt noch stattfinden kann.

Als Weißer Ritter in der Not könnte Deutschland zur Hilfe eilen – schließlich war Köln im Rahmen der Gamescom 2011 bereits Gastgeber für die Premiere von The International. Seitdem hat sich das Dota 2-Turnier zum weltweit höchstdotierten E-Sport-Format entwickelt: 2019 kämpften die Teams um ein Preisgeld von 34 Millionen Dollar, umgerechnet fast 29 Millionen Euro. In diesem Jahr geht es um 40 Millionen Dollar.

Der E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) bringt den eigenen Standort ins Spiel und wirbt eindringlich für ein Comeback von The International: „Wir haben in Deutschland eine lange Historie an erfolgreichen E-Sport-Events, die weltweit angesehen sind“weiß Matthias Remmert alias ‚Knochen‘, der beim ESBD die Veranstalterabteilung leitet. „Auf internationaler Ebene sind unsere Mitglieder als verlässliche Ausrichter bekannt und wir würden uns freuen, nach zehn Jahren The International wieder in Deutschland begrüßen zu dürfen.“

An möglichen Arenen mangelt es jedenfalls nicht: Die Lanxess Arena (Köln), die Barclaycard Arena (Hamburg), die Commerzbank-Arena (Frankfurt) und die Mercedes-Benz-Arena (Berlin) waren bereits Schauplätze großer E-Sport-Schlachten.

Möglicherweise ist The International 2021 auch ein mehr als adäquater Ersatz für die League of Legends-Europa-Meisterschaft, die 2021 in München hätte stattfinden sollen. Im Streit um die Finanzierung hatte sich der Stadtrat samt OB Dieter Reiter (SPD) gegen die Ausrichtung entschieden – sehr zum Ärger der Landesregierung. Schließlich soll Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) im Auftrag von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein Großturnier in den Freistaat holen: Einen entsprechenden Plan hat das bayerische Kabinett im Oktober 2019 verabschiedet.

Eine Visa-Problematik wie in Schweden würde zumindest entfallen: Zwar ist der E-Sport – anders als von der Politik seit Jahren versprochen – weder per se als gemeinnützig anerkannt noch als Sport klassifiziert. Dennoch können ausländische Profi-Spieler auch in Deutschland ihrem Beruf nachgehen: Das Auswärtige Amt hat die Vorgaben entsprechend angepasst.





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