52.500 Fans verwandelten das Etihad Stadium zu den Klängen des Beatles-Klassikers „Hey Jude“ in ein blau-weißes Fahnenmeer. Guardiola verzichtete entgegen seiner Art auf taktische Mätzchen – und zunächst auf Ilkay Gündogan.

Die Skyblues ergriffen von Beginn an die Initiative und benötigten lediglich 93 Sekunden, um mit 1:0 in Führung zu gehen. Riyad Mahrez bekam im rechten Halbraum keinen Druck, konnte so mit viel Gefühl die Kugel gen Fünfmeterraum heben. Seine Hereingabe erreichte Kevin De Bruyne zentral im Strafraum, von wo der Belgier dann keine Mühe hatte, aus acht Metern das Spielgerät ins Tor zu köpfen (2.)

Keine zehn Minuten später machten die Königlichen den Citizens ein weiteres großzügiges Angebot. De Bruyne wurde im linken Halbraum nicht attackiert, spielte dann einen halbhohen Pass in Richtung Tor. Toni Kroos fälschte die Kugel unglücklich ab, auch David Alaba konnte nicht mehr entscheidend eingreifen. So avancierte Gabriel Jesus zum Nutznießer – der Brasilianer brachte den Ball aus kurzer Distanz im rechten unteren Eck unter, zum 2:0 (11.).

Champions League

Ancelotti in Sorge um Alaba: „Kann nicht sagen, ob er das Rückspiel spielt“

UPDATE 26/04/2022 UM 22:35 UHR

Die Gäste zeigten sich beeindruckt, leisteten sich im weiteren Spielverlauf viele vermeidbare Fehler. Weil die Hausherren diese aber nicht entscheidend ausnutzten, brachte Benzema seine Farben nach einer guten halben Stunde zurück in die Partie. Ferland Mendy hatte etwas zu viel Platz im linken Mittelfeld, konnte dann sehr präzise gen Elfmeterpunkt flanken. Dort behauptete sich der französische Stürmer stark gegen Alexander Zinchenko und netzte wenig später zum 1:2, mit seinem 13. Treffer im laufenden Wettbewerb (33.).

Nach der Pause schraubten die Gastgeber das Ergebnis prompt in die Höhe. Der eingewechselte Fernandinho fing einen Pass von Vinícius Júnior ab, marschierte dann nach einer Kombination mit Mahrez über rechts bis an die Grundlinie. Von dort erreichte seine präzise Flanke Phil Foden zentral im Strafraum. Das Kopfballtor zum 3:1 war für den Engländer lediglich Formsache aus kurzer Distanz (53.).

Endgültig wild wurde es zwei Minuten später, als sich der gleiche Fehler auf der Gegenseite ereignete. Beim Spielaufbau der Königlichen über die linke Seite ging Fernandinho komplett ins Risiko, musste dann hilflos zusehen, wie ihm Vinícius Júnior auf der Außenbahn davonlief. Der brasilianische Stürmer marschierte bis in den City-Strafraum und setzte den Ball eiskalt an Ederson vorbei in die lange Ecke (55.).

In der 74. Minute traf dann Bernardo Silva zur vermeintlichen Vorentscheidung aufseiten der Hausherren. Vorausgegangen war ein nicht gegebener Freistoß nach einem Foulspiel von Kroos gegen Zinchenko an der Strafraumkante. Referee Istvan Kovacs ließ den Vorteil für City laufen, dies nutzte Silva klug, um per Drehschuss die Kugel zum 4:2 für die Gastgeber in den linken oberen Winkel zu jagen.

Den Schlussakkord einer hochintensiven und temporeichen Begegnung setzte schließlich Benzema in der 81. Minute. Aymeric Laporte hatte den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand gespielt. Der französische Stürmer ließ sich daraufhin vom Punkt nicht bitten und erzielte per Panenka-Elfmeter seinen 14. Treffer im laufenden Wettbewerb. Es war der 3:4-Endstand.

Die Stimmen:

Pep Guardiola (Trainer Manchester City): „Es war ein fantastisches Spiel von uns. Wir haben viele gute Dinge getan, leider haben wir auch drei Gegentore kassiert. Wir selbst hätten noch mehr Tore schießen können. Wir haben stark gespielt, gegen ein fantastisches Team. Im Spielaufbau waren wir heute etwas nervöser als sonst. Wir fahren nach Madrid um zu gewinnen.“

Phil Foden (Manchester City): „Für die Zuschauer war es ein tolles Spiel zum Schauen, mit vielen Toren. Wir spielen gegen ein Team, welches schon oft die Champions League gewonnen hat. Wenn man gegen Real Madrid in den gefährlichen Zonen den Ball verliert, dann werden sie dich dafür bestrafen. Daran müssen wir im Rückspiel unbedingt arbeiten. Alles ist noch möglich.“

Carlo Ancelotti (Trainer Real Madrid): „Wir haben das Spiel sehr schwach begonnen. Nach den zwei Gegentoren haben wir dann reagiert und bis zum Ende gekämpft. Das Gute ist, dass wir heute drei Tore selbst erzielt haben, leider ist uns ein viertes Tor nicht mehr gelungen. Falls wir die Meisterschaft gewinnen, dann werden wir feiern und das wird uns auch beflügeln. Wir sind selbstbewusst und freuen uns auf das Rückspiel im Bernabéu-Stadion.“

Karim Benzema (Real Madrid): „Alle Torhüter habe meine Elfmeter genau studiert und ich musste etwas verändern. Mein Strafstoß heute war einfach eiskalt.“

David lobt (Real Madrid): „Es ist schwer zu beschreiben, wie gut Karim Benzema spielt in dieser Saison. Er ist einfach unglaublich.“

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Spektakel statt Steine klopfen bei City

In einem sehr hitzigen und wenig hochklassigen Viertelfinale hatte der Guardiola-Elf am Ende ein einziges Tor genügt, um Atlético Madrid aus dem Wettbewerb zu werfen. Viel Kampf und Krampf waren notwendig, um das Ticket für die nächste Runde zu buchen. Heute ließ Guardiola seine Spieler ab der ersten Sekunde an von der Kette. Das Resultat: viel Tempo, viel Spielwitz, viele Tore. Aber auch einige Fehler, die dem spanischen Coach sicherlich nicht gefallen haben werden. Trotz der vier eigenen Treffer ließ man zahlreiche Geschenke der Gäste aus Madrid ungenutzt, zeigte zudem ungewohnt viele Makel im eigenen Pressingverhalten. Die individuellen Fehler von Fernandinho und Laporte führten jeweils zu Gegentreffern – und schmerzen jetzt vor der Reise nach Madrid in einer Woche.

Die Statistik: 7

Das 4:3 zwischen Manchester City und Real Madrid ist das torreichste Halbfinalspiel in der Geschichte der Champions League – allerdings zusammen mit zwei weiteren Partien. Sieben Tore gab es zuvor auch zwischen Ajax und Bayern (5:2, 1995) sowie zwischen Liverpool und dem AS Rom (5:2, 2018).

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