Dota 2 Guide: Die Spielerrollen im Profi-eSport | kicker
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Im Fußball werden den Spielern klare Rollen zugewiesen. Vom Torwart bis zum Mittelstürmer wird dadurch vor allem die Kernaufgabe der Akteure im Spiel bestimmt. Im eSport gibt es diese Aufteilung ebenfalls – allerdings deutlich umfangreicher und mit mehr Überschneidungen innerhalb der einzelnen Positionen. In Dota 2 werden die einzelnen Rollen oftmals von eins bis fünf durchnummeriert und haben dabei auch eine klare Bedeutung.


Wichtig ist, dass zwischen Helden- und Spielerrollen unterschieden wird. Die spielbaren Figuren haben diverse Eigenschaften, die sie für unterschiedlichste Aufgabenbereiche während eines Matches nützlich machen. Die Spielerrolle besagt, was die einzelnen Teammitglieder in den unterschiedlichen Phasen einer Partie zu erledigen haben.
Ein Dota 2-Team besteht aus fünf Spielern, deren Position von eins bis fünf definiert wird. Dabei können sich die fünf Akteure auf die drei Wege, die Lanes, der Karte aufteilen. Die Verteilung ist dabei nicht vorgeschrieben, und so kann es auch dazu kommen, dass auf zwei Wegen nur eine Person spielt, während auf der dritten gleich drei sind. Auch wenn es starke Parallelen zu League of Legends gibt, sind es doch die kleinen Unterschiede, auf die es ankommt.

Position 1: Der Carry, oder auch Hard Carry


Aus dem Englischen kann man „Carry“ mit „Träger“ übersetzen, was aber eigentlich nur im übertragenen Sinne stimmt. Dieser Spieler trägt das Spiel und nimmt dabei die Rolle des Helden ein, der dafür verantwortlich ist, die gegnerischen Spieler auszuschalten. Er benötigt am meisten Erfahrung und Gold, um durch den Level- und Ausrüstungsvorteil schnell in eine überlegende Position zu kommen. Das intensive Leveln und Goldsammeln wird dabei als „farmen“ bezeichnet. Man sagt auch: Der Held braucht viel Farm, um stark zu werden.

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Domink „Black^“ Reitmeier gilt als einer der besten Carrys.
Chris Romano


Er muss vor allem die frühe Phase des Spiels unbeschadet überleben, um später mehr Kontrolle über das gegnerische Team zu erlangen. Für diese Rolle werden oftmals Helden mit einer guten Kombination aus genügend Lebenspunkten, einer guten Flucht-Fähigkeit und starken offensiven Attacken gewählt. Einer der erfolgreichsten Carry-Spieler ist der deutsche Dominik „Black^“ Reitmeier.
Da diese Position einer der entscheidenden Faktoren für den Sieg ist, werden die Spieler oftmals auch als „Core“, also „Kern“ bezeichnet. Im asiatischen Profi-Dota gab es lange Zeit die berühmte „Vier beschützen Einen-Strategie“, bei der der gesamte Erfolg von der ersten Position abhängig gemacht wurde. Dabei beschützten alle vier Teammitglieder den Carry.

Position 2: Solo oder Semi-Carry


Die zweite Position ist deutlich flexibler angelegt als die Erste. Sie wird oftmals von Spielern ausgefüllt, die nicht nur eine besonders gute Übersicht, sondern auch viele verschiedene Helden beherrschen. Der Spieler sollte dabei unbedingt eine Figur nehmen, die besonders gut in Duellen mit einem einzigen anderen Gegner ist. Darüber hinaus sollte er im besten Fall so angelegt sein, dass seine Fähigkeiten auch dazu dienen, eventuell mehrere Gegner auf einer Lane in Schach zu halten.
Ein weiterer Job ist das „Ganking“, die Überraschungsangriffe auf andere Spieler. Dabei wechselt das Teammitglied seine Position auf der Karte und hilft kurzzeitig einem anderen Spieler, indem eine Überzahlsituation erzeugt wird. Nach einem erfolgreichen „Gank“ kehrt er wieder zurück auf seine Lane oder rotiert weiter zur nächsten. Dafür sollte sich der gewählte Held schnell bewegen lassen oder eine Form von Teleporations-Fähigkeit beherrschen.

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Immer ein Lächeln auf den Lippen: Danil „Dendi“ Ishutin, Solo-Spieler.
Chris Romano


Durch die richtige Spielweise kann die Solo-Position schnell zum Semi-Carry werden. Wenn er es in den frühen Phasen eines Spiels schafft, die eigene Lane nicht zu verlieren und sich einen Gold- und Erfahrungsbonus durch geschicktes Ganking zu verschaffen, kann er enorm stark werden. Die gewonnene Überlegenheit durch Ausrüstung oder Charakterstufen erlaubt es ihm dann, eine Form des Carrys einzunehmen, wenn dies von Nöten ist. Eventuell kann es sogar passieren, dass er die eigentliche erste Position ersetzt, wenn dieser daran scheitert, sich früh die nötigen Vorteile zu erspielen.
Ein berühmtes Beispiel ist Danil „Dendi“ Ishutin vom Team „Natus Vincere“, der für diese Aufgabe oftmals die Helden „Pudge“ oder „Puck“ gespielt hat und 2011 Weltmeister wurde.

Position 3: Offlaner


Auf der dritten Position gibt es unterschiedliche Spielweisen. Zum einen wird diese Rolle im Prozess der Helden-Auswahl zu Beginn eines Spiels oft spät besetzt. Wenn absehbar ist, dass das gegnerische Team eine Lane mit drei Helden bestücken möchte, empfiehlt sich ein Offlaner-Held, der sich ihnen entgegenstellen kann und dabei nicht allzu viel verliert. Er soll den Gegner etwas aufhalten und dabei so wenig Verlust wie möglich machen. Die gewählten Helden für diese Position haben deutlich mehr Lebenspunkte oder einige Fähigkeiten, mit der sie schnell fliehen können. Die Stärke des Helden ist dabei im späteren Verlauf des Spiels nicht so sehr davon abhängig, wie viel Erfahrung oder Gold er besitzt.

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Spielt ungewöhnlich wenige Helden – diese aber umso besser: Henrik „AdmiralBulldog“ Ahnberg.
Helena Kristiansson


Wenn das gegnerische Team die Strategie umstellt, kann es vorkommen, dass die Spieler auf den Positionen zwei und drei tauschen, um dem Teammitglied der zweiten Position weiterhin das benötigte Gold zu liefern. Dann wird die Drei auf die Lane gestellt, auf der die stärksten und meisten Gegner sind.
Der Schwede und Weltmeister von 2013, Henrik „AdmiralBulldog“ Ahnberg, besetzt diese Rolle seit einigen Jahren für sein Team „Alliance“. Er schaffte es mit den Helden „Lone Druid“ und „Natures Prophet“ auch unter schwierigsten Bedingungen im Laufe der Spiele an Stärke und Ausrüstung zu gewinnen. Dabei fungierte er oftmals sogar als Carry, was für diese Position sehr ungewöhnlich und schwierig ist.

Position 4: Support oder Jungler


Auf der vorletzten Position wird, je nach Strategie, ein klassischer „Supporter“, zu Deutsch: Unterstützer, oder ein „Jungler“ eingesetzt. Zweites leitet sich aus dem englischen Wort für Dschungel ab und bezeichnet einen Spieler, der vor allem die neutralen Monstergruppen zwischen den Lanes farmt.
Der Supporter begleitet in den meisten Fällen einen weiteren Helden auf der zweiten oder dritten Position, unterstützt ihn dabei durch Fähigkeiten oder kümmert sich darum, die Gegner festzuhalten oder zu schwächen. Bei einer guten Spielweise des Teams kann der Supporter, wenn er genügend Farm bekommt, auch im späteren Verlauf immer noch sehr nützlich sein.

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Nach über vier Jahren bei „Natus Vincere“ wechselte der Supporter zum „Secret Team“: Clement „Puppey“ Ivanov.
Helena Kristiansson


Die gewählten Helden weisen zwar meistens nicht viel Lebenspunkte auf und sind somit ein leichtes Opfer, können dafür aber oftmals durch diverse Fähigkeiten die Spielzüge der Kontrahenten unterbrechen oder verlangsamen. Dadurch können sie auch in einigen Situationen zum Core-Helden werden, wenn ihre Fähigkeiten unverzichtbar für das Ausschalten eines gegnerischen Carrys werden.
Zusammen mit „Dendi“ und dem Team „Natus Vincere“ ist Clement „Puppey“ Ivanov 2011 Weltmeister geworden. Er ist einer der besten Spieler auf den Positionen vier und fünf. Vor allem mit den Helden „Enigma“ und „Chen“ konnte er oftmals den Schritt vom Unterstützer zum Core-Spieler machen und dadurch wichtige Siege erringen.

Position 5: Hard-Support oder Babysitter


An letzter Stelle steht der Hard-Support. Er wird bei besonders intensiver Ausübung auch als Babysitter bezeichnet, dessen Aufgabe es ist, das Team um jeden Preis zu beschützen. Bereits früh in einer Partie kümmert sich der Spieler darum, wichtige Gegenstände für andere Helden im Team oder für Team-Fähigkeiten zu erwerben.

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Flexibilität ist das Stichwort für jedes erfolgreiche Dota 2-Team.
Ventil Corporation


Seine eigene Ausrüstung und Erfahrung ist dabei zweitrangig. Auch wenn die fünfte Position eher als Opfer und Kanonenfutter angesehen wird, sind ihre Dienste doch enorm wichtig für den Erfolg eines Teams.
Grundsätzlich sollte ein Team immer zwei Support-Helden haben, von denen einer sich dann auf das Babysitten konzentriert. Wer das genau macht, kann auch noch während der Partie und anhand des Spielverlaufs entschieden werden. Daher sind viele Spieler der vierten Position auch gute Spieler auf der fünften Position und umgekehrt.

Flexibilität ist das Stichwort


Während im Fußball nur drei Auswechslungen stattfinden können, sind die einzelnen Positionen in Dota 2 enorm flexibel. Eine komplette Umstellung der ersten Drei ist zwar schwierig und nur mit den richtigen Helden zu bewerkstelligen, aber machbar. Dabei kommt es darauf an, wie gut ein Team sich anpassen kann.


Weiterhin ist es wichtig zu vermerken, dass diese Positionen mit unterschiedlichen Helden gespielt werden können. Diese Helden haben ebenfalls unterschiedliche Rollen, wodurch sie sich für einige Positionen besser und schlechter eignen. Durch kontinuierliche Aktualisierungen und Veränderungen vom Entwickler Valve an den Fähigkeiten der Helden, kann es durchaus vorkommen, dass sich die Rollen für diverse Spielfiguren grundlegend ändern. Prinzipiell sei aber gesagt, dass diese Vorgaben niemals allgemeingültig sind und immer genügend Raum für eigene Spielweisen lassen.



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